Werkzeuge für den Multimedia Workshop

Workshop. Foto: Voegele

Bei meiner Lehrtätigkeit für Deutsche Welle Akademie, Intajour, GIZ und andere Bildungsträger stehe ich immer wieder vor der Aufgabe, eine Software-Liste für einen Multimedia Workshop zusammen zu stellen. Vier Programme zur Video- und Bildbearbeitung haben sich für mich bewährt.

Besonders im Ausland sind Seminarräume häufig mit Windows-Laptops ausgestattet, die in erster Linie für Office-Anwendungen angeschafft wurden und entsprechend schwachbrüstig sind. Ein Kriterium bei der Auswahl der Software ist für mich, dass sie auf solchen Geräten einigermaßen stabil läuft und dass die Teilnehmer anschließend zuhause weiterarbeiten können, ohne sich erst teure Software anschaffen zu müssen. Die Programme sollten also günstig bis gratis sein.

Kombination Adobe Photoshop und Premiere Elements

Günstig, aber nicht gratis, ist das Photoshop / Premiere Elements Bundle von Adobe. Beide Programme sind zusammen bereits für rund 100 Euro zu haben und reichen für Schulungen von Online-Journalisten vollkommen aus.  Hier gilt für mich: Je einfacher, desto besser – denn Storytelling und Inhalte sollen im Vordergrund stehen, nicht die Technik.

Premiere Elements war schon immer recht schnell zu erlernen, mit der Version 11 wurde das Interface noch stärker vereinfacht. Die Video-Parameter passen sich automatisch dem importierten Material an, eine überschaubare Liste von Voreinstellungen erlaubt den Export in den gängigen Formaten, z.B. mpeg4. Nach einem halben Tag schneiden selbst Anfänger damit ihr erstes Video.

Allerdings: Premiere Elements wird offenbar mit jeder Version ressourcenhungriger. Auf einem Laptop mit Intel i5 Prozessor, 4 GB Ram und on-board Grafik lässt sich 720p Material aus einer DSLR Kamera nur zäh bearbeiten.

Beide Programme gibt es als 30-Tage Testversionen mit vollem Funktionsumfang. Während Photoshop Elements im Test-Zeitraum uneingeschränkt genutzt werden kann, produziert Premiere Elements eine störendes Wasserzeichen quer über’s Bild und ist damit wirklich nur zum Testen geeignet.

Kombination Sony Vegas Platinum und Photoscape

Ohne Wasserzeichen kommt die Test-Version der Videoschnitt-Software Sony Vegas Platinum aus. Auch mit Vegas sind erste Erfolge nach kurzer Zeit möglich, doch sind Interface und Bedienung weniger intuitiv als bei Premiere. Wer sich eingearbeitet hat, lernt die vielen pfiffigen Shortcuts und Knöpfe zu schätzen, den Anfänger überfordern sie schnell.

Auf Standard-Rechnern läuft Vegas im Vergleich zu Premiere etwas flüssiger, und weil sich die Qualität der Voransicht verringern lässt, kann Last vom Grafikchip genommen werden.

Photoscape ist eine Gratis-Software für die Bildbearbeitung, die im Grunde alles bietet, was zur Bearbeitung von Fotos fürs Web nötig ist. Das Interface ist rasch zu erlernen, für fast alle Bearbeitungsschritte gibt es eine Liste von fertigen Voreinstellungen. In einigen Redaktionen meiner asiatischen Seminarteilnehmer wird diese Software standardmäßig eingesetzt. Ihre Grenzen findet sie, wenn es um das selektive Bearbeiten von Bildern geht.

Der große Haken an beiden Programmen: Sie existieren nur in der Windows-Welt. Immer häufiger erlebe ich, dass Journalisten ihre eigenen MacBooks mitbringen. Damit sie nicht enttäuscht werden, muss vorher geklärt werden, auf welchen Plattformen gearbeitet wird.

Alternativ zu Photoscape lassen sich Bilder natürlich auch mit Web-basierten Lösungen wie Pixlr.com oder dem Online-Tool von Photoshop  bearbeiten. Voraussetzung ist allerdings eine stabile Anbindung ans Internet. Ein geeignetes Web-basiertes Video-Programm habe ich bislang noch nicht entdeckt.

Kamera

Je nach Zielsetzung des Workshops arbeite ich entweder mit den mitgebrachten Geräten der Teilnehmer oder einem einheitlichen Kameratyp, den der Bildungsträger zur Verfügung stellt. Die Canon EOS 600 D hat sich für mich sowohl für Fotografie als auch für Video bewährt. Als Video-Kamera ist sie zwar nicht so einfach zu handhaben wie ein Camcorder mit Autozoom und kommt kaum ohne Stativ aus, aber die Teilnehmer lernen gerade dadurch die Grundlagen der Filmerei umso gründlicher.


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Comment

You may use these tags : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>