Immer wieder höre ich die These, Bilder fürs Web müssten auf 72 dpi Auflösung gebracht werden. Warum? Weil das die maximale Auflösung von Bildschirmen sei und mehr also ohnehin nicht angezeigt würden; Bilddateien mit höheren Auflösungen seien größer und würden unnötige Downloadzeit beanspruchen. Erst kürzlich erlebte ich eine renommierte amerikanische Journalismus-Dozentin mit dieser These. Die ist aber falsch.
Richtig ist, dass sich die Darstellung des Bildes nach der Auflösung des Bildschirms richtet – die im Übrigen keinesfalls immer 72 dpi sein muss.
Der logische Schluss daraus ist aber, dass die Auflösung des Bildes selbst keine Rolle spielen kann, solange man eine feste Abmessung in Pixel vorgibt. Die 400 Pixel Weite des untenstehenden Bildes übersetzt ein 72 dpi-Monitor in eine Strecke von 14 cm (5,5 inch). Und zwar ganz egal, ob das Bild mit 300 dpi, mit 72 dpi oder mit 1 dpi abgespeichert wurde:
Die Auflösung des Bildes kommt einzig und allein beim Druck zum Tragen. Je höher sie ist, desto mehr Punkte werden auf 1 Inch (= 2,54 cm) Strecke gepresst, desto feiner wird die Zeichnung und desto größer die Datei. Das 1 dpi – Bild hingegen hätte eine Seitenläge von zehn Metern, weil nur alle 2,54 cm ein Punkt gedruckt würde.
Beim Versuch, in Photoshop die Auflösung des Bildes von 300 auf 72 dpi zu verringern, schrumpfen automatisch die Pixelmaße, weil Photoshop vom Drucker als Ziel ausgeht und die Druckmaße beibehält; die Pixel werden einfach weniger dicht verteilt und die überzähligen herausgerechnet – die Datei wird „leichter“.
Mit dem Klick auf „neu berechnen“ können die Pixelmaße arretiert werden. Statt ihrer erhöht sich nun die Abmessung der Druckausgabe – was uns für die Darstellung am Bildschirm aber wurscht sein kann. Genauso wie die Auflösung.







