Test: Videoschnitt-Software Teil II – Magix Video deluxe

Magix Video Deluxe PlusDas zweite Programm in meiner Test-Reihe zu Videoschnitt-Programmen für den Unterricht hat eine Einstiegshürde: den wenig vertrauenserweckenden Namen. “Magix Video deluxe Plus 17 HD” – das klingt nach Kinderkram. Aber weit gefehlt. Die Software kann mit Adobe Premiere Elements in jeder Beziehung mithalten – und klingt im Englischen schon viel besser: Magix Movie Edit Pro. Hier noch einmal die Kriterien für meinen Test:

  • Mit geringem Schulungsaufwand im Unterricht vermittelbar
  • Professionelle journalistische Web-Videos möglich
  • Günstiger Preis
  • Plattform Microsoft Windows

Gleich beim Start sammelt Magix Video deluxe seine wichtigsten Punkte: es konfrontiert den Nutzer nicht mit der Auswahl von Parametern seines Ausgangsmaterials, sondern legt ohne Umschweife ein Projekt an. Erst beim Import des Materials weist das Progamm auf Unstimmigkeiten hin und bietet die automatische Anpassung des Playerformats an.

Ebenso einfach das Ende: Der “Export”-Knopf öffnet einen Dialog, der drei Qualitätsstufen (DVD, HD1 und HD2) und drei Kodierungsformate (WMA, MPEG2, MPEG4) anbietet. Falls die gewählte Qualität höher ist als die des Ausgangsmaterials, gibt es einen Hinweis.

Das Ergebnis sind Videos mit den Auflösungen 640×480 (DVD, 4:3), 720p (HD1, 16:9) oder 1080p (HD2 16:9). Probleme gibt’s bei ungewöhnlichen Auflösungen wie dem 848×480 WGVA-Format meiner Kodak Zi8. Hier erzeugte das Programm beim Test Dateien, die im VLC-Player korrekt, im Quicktime Player aber verzerrt dargestellt wurden.

Das Gute: Wer auf die Feineinstellungen von Auflösung, Framerate und Qualität nicht verzichten möchte, findet unter dem Datei-Menü diverse Export-Voreinstellungen für MPEG4, AVI und Quicktime sowie die “adcvanced settings” zur Feineinstellung der Parameter.

Flexible Benutzeroberfläche

Es ist wahrscheinlich grundsätzlich eine schwierige Herausforderung für Interface-Designer, Vorschau-Player, mehrere Videospuren und Bedienungselemente auf einem Laptopbildschirm unterzubringen. Darum ist auch mit Magix Video deluxe der Videoschnitt auf dem 13 Zoll Monitor eine Fizzelarbeit. Die Videospuren lassen sich aber sehr gut vergrößern und nicht benötigte Module können verkleinert oder ganz ausgeschaltet werden.

Die klassische Benutzeroberfläche birgt keine Überraschungen und ist auch für Anfänger leicht zu erschließen. Mein Ehrgeiz beim Test war es, ganz ohne Handbuch auszukommen – was mir bei meinem einfachen Testprojekt auch gelang.

Allerdings gibt Video deluxe immer wieder Rätsel auf, die sich nicht auf Anhieb durch Ausprobieren lösen lassen, und die rechte Maustaste öffnet ein eher schwer verdauliches Menü. Was ist “z.B. ist unter “interpolation for interlaced material” zu verstehen und was unter “boder cropping adjustment” [ich habe die englische Version vorliegen]). Das wäre kein Problem – immerhin lassen die Bezeichnungen ungeahnten Funktionsumfang vermuten – wenn nicht zentrale Funktionen wie die Trennung von Ton und Bild darin fehlen würden (die gibt es, aber an anderer Stelle).

Drei Dinge, die mir beim Konkurrenten Adobe Premiere Elements besser gefielen:

1. Nicht alle Symbole sind mit einer Tooltip-Erklärung ausgestattet.

2. Das Arbeiten mit In- und Outpunkten ist mir auch nach längerem Herumprobieren nicht richtig gelungen.

3. Wer Audio-Slideshows erzeugen will, wird die Möglichkeit vermissen, das Material im Vorschaufenster auf den passenden Ausschnitt zu skalieren.

Praktische Tools

Auf den von Premiere Elements bekannte Project Archiver, mit dem sich Projekte auf unterschiedliche Rechner verteilen lässt, muss indes nicht verzichtet werden, die Funktion heißt hier Backup Copy.

Ein für Trainer überaus praktisches Feature von ist die Screencast-Funktion. Sie ist im Verlgeich mit professionellen Screencast-Programmen zwar einfach gestrickt, aber es lassen sich damit vollwertige Software-Tutorials erzeugen. Das Programm filmt das Agieren mit der Maus in einer beliebigen Software ab und schneidet die Erklärungen des Tutors als Tonspur mit.

Fazit

Insgesamt steht Magix Video deluxe dem Konkurrenten von Adobe in nichts nach, sofern sich das nach diesem Test mit eher einfacher Aufgabenstellung sagen lässt. Das Programm wirkt etwas leichtgängiger und sehr stabil (getestet auf Windows 7), die Qualität der erzeugten Videos war beim Test auch ohne Drehen an den Stellschrauben gut. Dies und die einfach zu handhabende Quick-Save Funktion sind starke Argumente für Magix Video deluxe, wenn es um den Einstieg in den Videoschnitt und die Schulung von Anfängern geht.

Magix Video deluxe 17 Plus HD kostet 99 Euro, die 7-Tage Testversion (erweiterbar auf 30 Tage) gibt es hier, sie hat – bis auf die MPEG-2 Konvertierung für Video-DVDs – den vollen Funktionsumfang.

 


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