NPR Picture Show: So kann Radio im Web aussehen

Eine pfiffige Idee, Radio im Web sichtbar zu machen, kommt aus den USA. Dort gibt es seit Januar die NPR Picture Show des National Public Radio. Dahinter steckt zunächst einmal nichts weiter als ein Weblog, der jeden Tag ein dezidiert visuelles Thema bietet. Der Blog ist unabhänging vom Hörfunk-Medium und doch durch dieses inspiriert: Das Material stammt z.B. aus Büchern, die im Radio vorgestellt wurden oder steht im Zusammenhang mit Sendungen und Aktionen des Mutterschiffs.

Auch ein Mammutbaum passt in den NPR Picture Show BlogHäufig dient auch Bildmaterial des National Geographic Magazins, mit dem eine Partnerschaft besteht, als Grundlage.

In der Selbstdarstellung heißt es:

“It’s a daily take on what National Public Radio looks like — through photographs and video. It is the NPR story-telling sound, visually translated.”

Markenzeichen der Pictureshow ist die hohe Qualität des Materials und der persönliche Stil der federführenden Bloggerin. Zurzeit ist das Claire O’Neill, Mitarbeiterin der Web-Division von NPR. NPR.org ist vom Radiosender weitgehend unabhängig.

“Mit der Pictureshow möchten wir den Graben zwischen Radio und Web überbrücken”, erklärte mir O’Neill in einem Telefongespräch. Dabei diene der Blog als ein Aushängeschild und ein Magnet für die gesamte Webseite. Rund 15.000 Unique Visitors statten dem Blog täglich einen Besuch ab, an Spitzentagen sind es laut O’Neill bis zu 30.000. So stoßen visuell orientierte Web-Nutzer über den Blog auch auf das Programm des Radiosenders im Web.

Vorbildlich ist die Integration des Bildmaterials in den Blog – nämlich quasi seamless. Bilderstrecken können durchgeklickt werden, ohne dass dafür der Haupttext verlassen werden muss. Bei Videos ist das selbstverständlich. Und es wird gerne experimentiert: Mit der Darstellung eines Mammutbaumes (s.l.) oder einem hochauflösenden Panoramabild zum Beispiel. Ein Video-Podcast bietet das visuelle Material der gesamten NPR-Seite gebündelt zum Abonnement an.

Die Nutzer spielen eine wichtige Rolle: Sie können Ideen einreichen und werden immer wieder zu Wettbewerben aufgerufen. Mit rund 7.000 Fans auf Facebook versteht es die Picture Show, auch dieses Tool zur Nutzerbindung einzusetzen. Eine günstige Methode der Promotion für den Sender, denn Geld fließt laut Claire O’Neill keines für die Bilder im Blog. Die Sache funktioniert auf dem Gegengeschäft-Prinzip: Werbung für ein Buch gegen Bildmaterial fürs Blog. Und dann bedarf es natürlich noch der passionierten Bloggerin O’Neill, die alles in eine Form gießt und mit ihrer Handschrift versieht.


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