Konsequent regional: Stuttgarter Zeitung und Nachrichten im mobilen Web

STZ-mobil StartseiteMit Stichtag Bundestagswahl haben die beiden Stuttgarter Zeitungen ihre Mobil-Angebote freigeschaltet (www.stz-mobil.de / www.stn-mobil.de). Da die Blätter zum selben Verlag gehören, unterscheiden sich die Mobil-Websites nur inhaltlich aber nicht in ihrer Funktionalität. Bei der Umsetzung griff man auf das Know-how des Dienstleisters Airweb zurück – von dem ich vorher noch nicht gehört hatte.
Der regionale Ansatz, der seit dem Relaunch im Juni die Website der Stuttgarter Zeitung bestimmt, wird im mobilen Angebot konsequent fortgeführt. Zielgruppe sind die Menschen vor Ort. Regionale Nachrichten bestimmen die Startseite des mobilen Angebots. Die Hauptnavigation bietet lediglich zwei Ressorts -  “Region” und “Welt” – und, auf gleicher Augenhöhe, einen Menüpunkt “VfB” für Nachrichten über den heimischen Fußballclub. Außerdem: einen “Ticker” für Live-Berichterstattung von Fußballspielen (und wahrscheinlich auch anderen Events) und Links auf den umfangreichen regionalen Veranstaltungskalender der beiden Zeitungen sowie aufs regionale Wetter und den Staumelder.

Ein interessanter Ansatz, der davon ausgeht, dass die Handynutzer für die nationalen und Weltnachrichten ohnehin Spiegel, Welt, Tagesschau oder aber die Süddeutsche gebookmarkt haben, die ja zum Verlag gehört.

Lobend erwähnt werden muss die Suche, die es erlaubt, das gesamte Online-Angebot zu durchforsten. Freilich findet man nur wenige Artikel aus der Zeitung, denn nach wie vor gibt es den originären Zeitungs-Content nur als E-Paper gegen Bares. Mit Inhalten klotzt das Mobil-Angebot auf den ersten Blick ohnehin nicht: Die Startseite bietet gerade mal fünf Meldungen. Bei den Ressorts ist das nicht viel anders, einige Meldungen erscheinen mehrfach. Erst beim zweiten Hinschauen fallen die zusätzlichen Ressorts am Fuß der Seite auf, von Kultur bis Reise. Aber auch hier herrscht schwäbische Sparsamkeit. Das Dossier zum Städtebauprojekt Stuttgart 21 zum Beispiel ist mit drei Artikeln vertreten – auf der Website füllen die Teaser 10 Seiten. Aber vielleicht geht man davon aus, dass der Mobil-Leser ohnehin nicht in Archiven stöbern, sondern aktuelle News lesen möchte – und liegt damit wohl nicht einmal so falsch.

Auf keinen Fall möchte der Mobil-Leser indes bis zu 9 Mal klicken müssen, um ans Ende eines Artikels zu gelangen. Es mag sein, dass das Scrollen am Handybildschirm weniger angenehm ist als am Computermonitor (was fürs iPhone nicht gilt) und bei sehr langen Texten das Splitten auf mehrere Seiten unumgänglich ist. Bei Lesehappen von gerade mal 100 Wörtern ist man aber versucht, den Stuttgartern Klickschinderei zu unterstellen.


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