Tools fürs Information Management (2): Scrapbook

ScrapbookManchmal ist es notwendig, den momentanen Stand eines Online-Artikels oder einer Website zu konservieren. Zum Beispiel, wenn dort etwas steht, auf das man sich später beziehen möchte. Oder für die Dokumentation einer Entwicklung. Ich bin dazu übergegangen, sogar meine Online-Einkaufstouren per Browser-Abbild zu dokumentieren, für den Fall, dass die versprochene Bestätigungsmail nicht ankommt oder dort falsche Angaben stehen. Und ich nutze dafür die Firefox-Erweiterung Scrapbook.

Websites zu speichern ist nicht trivial. Mit “Seite speichern unter” wird oft nur die Index-Datei mit Code und Text gesichert, nicht aber Bilder, Animationen und andere multimediale Elemente. Früher erzeugte ich Screenshots oder PDFs von Online-Artikeln. Letzteres ist durchaus eine Möglichkeit, zumal die Inhalte von PDFs mittlerweile mit Desktop-Suchmaschinen wie Copernic Desktop Search erfassbar und damit recherchierbar sind. Und das ist wichtig. Denn es nutzen die schönsten Archive nichts, wenn sie nicht indizierbar und durchsuchbar sind. PDFs eignen sich aber nicht besonders für Offline-Präsentationen von Websites und Animationen funktionieren darauf natürlich nicht.

Mit der Scrapbook-Erweiterung für Firefox lässt sich eine HTML-Seite per Mausklick in ihrem Ist-Zustand konservieren. Wer nichts anderes einstellt, erhält die erste Ebene der Seite – also den dort zu sehenden Text, die Bilder und Links. Eingebundene Videos oder Flash-Animationen bleiben außen vor, sofern man das Programm nicht entsprechend konfiguriert hat. Ich verzichte auf den Download von Videos, weil ich mein Archiv auf einem USB-Stick angelegt habe (um damit mobil zu sein) und mich bei der gespeicherten Datenmenge etwas beschränken muss. Außerdem kann man aus der archivierten Seite jederzeit auf die Original-Quelle im Internet springen, sofern sie noch vorhanden ist.

Damit wäre schon ein wichtiger Vorteil von Scrapbook genannt: Der Speicherort kann beliebig festgelegt werden, und es lassen sich beliebige Archive an verschiedenen Speicherorten – in unterschiedlichen Projekt-Verzeichnissen zum Beispiel – einrichten.

Die Archiv-Übersicht öffnet sich wie die Bookmarks in einer Seitenleiste des Browsers und lassen sich ebenso navigieren, organisieren, in Ordnern sortieren und per Volltextsuche durchsuchen. 

Für Präsentationen ideal sind die zusätzlichen Editierfunktionen: Mit Markern können Texstellen hervorgehoben werden, per Textfeld lassen sich an beliebigen Stellen Kommentare einfügen. Ein Radier-Werkzeug entfernt störende Elemente.

Wenn ich an fremden Rechnern präsentieren muss, installiere ich einfach kurz das Plugin und verknüpfe es mit dem Archiv auf meinen USB-Stick.

Einziger Nachteil: Wie bereits bei Evernote moniert werden die im Scrapbook archivierten Seiten nicht von der globalen Desktop-Suche erfasst – zumindest . Man sollte sich also ein gutes Konzept zurechtlegen, was man via Scrapbook archiviert und was in anderen Archiven lagert, um nicht durcheinander zu geraten.


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