SMS-Alerts: Die Blog-Headline als SMS

Textmark-Simulator

Textmark-Simulator

Relativ unbemerkt von der deutschen Mobiltelefon- und Internetszene entwickelt sich in den USA eine neue Methode, das Handy als Instrument fürs sogenannte Micro-Blogging zu nutzen: SMS-Alerts für jedermann. Dahinter stecken SMS-Dienste, die es ermöglichen, mit bestimmten Keywords, die mittels Handy übertragen werden, den Versand einer Nachricht auszulösen. Die Technik kann auch mit einem Weblog kombiniert werden: Dann kommt die Überschrift des neuesten Eintrags beim Empfänger als SMS aufs Handydisplay.

Das ist natürlich nur bedingt spannend, weil der eigentliche Blogeintrag nicht abgerufen werden kann. Schließlich funktioniert das Ganze längst mit Twitterfeed besser: Hier wird das Link zum Blogeintrag automatisch mitgeliefert.

Dankbar wäre es aber, ein Weblog aber eigens für diesen Zweck einzurichten und alle Information in die Überschrift zu packen. Damit wäre ein News-Alert System geschaffen ähnlich dem von News-Websites, die Abonnenten die neuesten Headlines aufs Handy schicken. Der Vorteil gegenüber Twitter: Interessenten müssen nicht erst ins Web und sich als “Follower” anmelden, sondern sie können sich on demand eine Nachricht holen, indem sie mit dem Handy ein Keyword abschicken. (Wenn ich die Sache richtig verstanden habe, funktioniert sie aber auch als Abonnement).

In den USA wird die Technik auch für Notfall-Systeme in Schulen verwendet: Wenn’s brennt, erhalten alle College Studenten eine SMS. Auch Google USA hat einen neuen Dienst im Angebot, der auf dieser Technik basiert: Google-SMS. Und der funktioniert ganz hervorragend: Auf Eingabe eines Straßennamens und zum Beispiel des Keywords “Chinese food” schickt Google eine Textnachricht mit der Adresse der umliegenden Chinarestaurants.

Basierend auf einer Registrierung beim Anbieter Textmark können Nutzer sich solche Dienste auch selbst basteln – eine Anleitung findet man bei Webmokey.com.

Ganz neu ist die Technik nicht. Heike Scholz hat in mobile-zeitgeist.de schon im August 2006 schon über den SMS-Alert Dienst Textmarks gebloggt. Dass die Technik in Deutschland nicht angekommen ist, liegt offenbar daran, dass in USA die Empfänger, in Deutschland aber die Versender von SMS-Nachrichten die Kosten tragen – der Grund auch dafür, dass Twitter seinen SMS-Versand in Europa im August eingestellt hat.

Mittlerweile gibt es neben Textmark noch einige andere Anbieter mit ähnlichen Diensten (Mozes, Msgme). Auf Anfrage schrieb mir James Finch vom Msgme-Betreiber Waterfall Mobile, dass die Internationalisierung des Dienstes für das kommende Jahr geplant sei. Über mögliche Kosten und Gebühren äußerte er sich nicht.


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