Blogging Strategien 3: Orlando Sentinel twittert

Viele News Sites nutzen inzwischen Twitter als zusätzlichen Distibutionskanal. Genau genommen greift “Blogging Strategie” hier zu kurz, denn häufig werden einfach die News-Headlines als Feed in Twitter eingespeist. Seine Potentiale entfaltet Twitter aber in Verbindung mit Weblogs. Ich habe mich beim Orlando Sentinel (Florida) nach den Erfahrungen mit Twitter erkundigt.

Warum ausgerechnet der Orlando Sentinel? Vor einem Jahr hatte das Poynter-Instiut den Orlando Sentinel als einen der Twitter Pioniere unter den News Sites angeführt und den damaligen Online-Chef John Cutter zur Twitter-Strategie befragt. Ich wollte wissen, was daraus geworden ist.

Cutter ist mittlerweile nicht mehr dabei, aber die Twitter-Feeds gibt es noch – und sie haben zugelegt. Während zum Zeitpunkt des Poynter-Interviews vor allem bei Starts der Space-Shuttle Raumfähre vom nahegelegenen NASA-Center getwittert wurde, existieren heute zwei offizielle Twitter-Kanäle.

Twitter.com/orlandosentinel publiziert handverlesene und von Redakteuren zum Teil textlich angepasste Headines (rund 830 Followers). Der zweite Kanal Twitter.com/osbreakingnews ist nichts weiter als ein in Twitter eingespeister RSS-Feed der Breaking News Headlines (178 Followers). Vor einem Jahr hatte der OS insgesamt 70 Followers.

Interessanterweise folgen dem handgemachten Feed weit mehr Nutzer als dem automatisierten. Die Idee für diese beiden Feeds kamen vom Twitter-Publikum selbst: Man hatte sie nach ihren Wünschen befragt. Neben den beiden News-Kanälen gibt es Kanäle der verschiedenen Weblogs des OS.

Die Möglichkeit der unmittelbaren Interaktion mit den Nutzern sei einer der großen Vorteile von Twitter, erläuterte man mir von Seiten der Redaktion. So würden einige der Staff-Blogger Ideen und Input aus dem Dialog mit ihren Twitter-Followern beziehen. Am ersten Verkaufstag des iPhone hätten beispielsweise Nutzer die Redaktion mit Informationen versorgt, wo es die begehrten Geräte noch zu kaufen gäbe. Die Zeitung habe diesen Austausch in der Ausgabe des folgenden Tages sogar gedruckt.

Ein weiterer Aspekt von Twitter sei die Möglichkeit, die Nutzer über eingebettete Links auf die Website der Zeitung zu lotsen. Eine nennenswerte Auswirkung auf die Klick-Statistik habe dies allerdings nicht zur Folge. Man twittere eher, um die Reichweite zu vergrößern, neue Zielgruppen zu erreichen – “to spread our name”. Immerhin überschreite die Zahl der Twitter-Followers aber um ein vielfaches die der Abonnenten des SMS-Push-Service, den der OS ebenfalls anbietet.

Interessant ist auch, dass der OS keinerlei Promotion für seine Twitter-Kanäle auf der Webseite betreibt, ja, diese sind dort sogar so gut wie nicht ausfindig zu machen. Neue Nutzer werden durch andere Nutzer in Twitter auf das OS-Angebot aufmerksam, das System promotet sich von selbst.


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