Blogging Strategien (1): Telegraph.co.uk

Die Online-Redaktion des britischen Daily Telegraph setzt seit zweieinhalb Jahren Blogs ein, rund 50 an der Zahl. Die sind auf den ersten Blick gar nicht zu finden: Es gibt keine Rubrik “Blogs” auf der Startseite. Und das ist Absicht: Für den Leser sei nicht das Format das Kriterium, sondern der Inhalt, so die Philosophie des Telegraph. Zeil sei vollständige Integration in die Themen-Channels, erklärte mir Communities Editor Shane Richmond.

Weblogs sind beim Telegraph immer meinungs- und dialogorientiert. Die Opinion-Kolumnen und Kommentare, die man ebenfalls findet, stammen aus der Print-Ausgabe. Sie sind für eine Leserschaft geschrieben, die nicht unmittelbar interagieren kann. Man sei aber bestrebt, diese Unterscheidung mit der Zeit aufzuheben, erklärt Richmond. Das könnte unter Umständen heißen, dass Print-Kommentare zukünftig auch für die Zeitung wie Blog-Einträge verfasst werden.

Der überwiegende Teil der Telegraph-Blogs stammt von Telegraph-Autoren, das Bloggen ist eine redaktionelle Aufgabe und keine freiwillige Nebenbeschäftigung. Einige Autoren sehen darin allerdings einen willkommenen direkten Draht zum Leser und würden aufs Bloggen ungern verzichten, für andere ist es eine Zusatzaufgabe.

Ein Experiment mit externen Bloggern, die keine Journalisten sind, ist “Ways and means“. Hier werden policy thinkers zur Debatte eigeladen, der Telegraph fungiert als Gastgeber. Sehr beliebt ist das Weblog Holy Smoke, in dem der Telegraph-Redakteur Damian Thompson eine Debatte über Religion führt. Ebenfalls zur Zeit viel geklickt: Das Weblog des USA-Korrespondenten Toby Harnden zum US-Wahlkampf.

Die Bedeutung von Blogs im redaktionellen Angebot des Telegraph werde in den nächsten Jahren wachsen, erklärt Richmond, bislang seien sie aber noch eher “a outsider kind of thing”.


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