Jeder kann zum Spammer werden

Manchmal packt es mich und recherchiere dem Absender einer besonders dreisten Spam-Attacke hinterher. Einfach so, aus Neugierde, wohin mich die Reise führt. Insbesondere bei deutschen Adressen kann es durchaus passieren, dass man über das Denic-Register auf einen echten Namen mit echter Adresse stößt. Was aber noch gar nichts heißt. Denn in die Fänge der Spammer kann jeder geraten, der eine E-Mail Adresse besitzt. Meine Partnerin zum Beispiel wunderte sich kürzlich, als ihr Postfach mit “nicht zustellbar” – Meldungen und Abwesenheitsnotizen voll lief. Täglich überschwemmten bis zu 800 solcher Mails das Postfach. Bounces, wie wir bald feststellten – die Spitze des Eisbergs einer Spam-Massensendung. Im Mail-Text die üblichen Viagra-Angebote.

Neben dem Ärger über die tägliche Zeitverschwendung (aus dem Müllberg mussten die “echten” Mails herausgefischt werden) wuchs die Sorge ob der Konsequenzen. Würde meine Partnerin von wütenden Empfängern angezeigt werden? Drohten Abmahnungen? Oder Schlimmeres? Immerhin zeigte die Mail-Adresse ihren vollen Namen in der Domain, und die physikalische Adresse ließ sich über Denic problemlos herausfinden. War es am besten, den Mail-Account komplett zu löschen und damit die zentrale Business-Adresse zu verlieren?

Ein Anruf beim Verband der Internetwirtschaft (eco) brachte keine Entwarnung: “Wer die Daten richtig interpretieren kann, wird schnell feststellen, dass die Adresse missbräuchlich verwendet wurde”, so Sven Karge vom eco-Verband. Rechtliche Konsequenzen seien nicht zu befürchten. Man kann nur hoffen, dass keiner die falschen Schlüsse zieht – der Reputation war diese ungewollte Aktion sicher nicht dienlich.


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